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Empfehlungen zur Fütterung

  • Autorenbild: Yasmin Spengler
    Yasmin Spengler
  • 17. Nov.
  • 10 Min. Lesezeit
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Die Schwarzen Alpenschweine (SAS) haben sich in jahrhundertlanger Zuchtarbeit an das Leben, aber auch an die eher kargen Futtergrundlagen des Alpenraumes angepasst. Sie sind relativ anspruchslos, sehr robust und anpassungsfähig und somit für eine extensive Haltung geeignet. Sie holen aus den gegebenen Umständen heraus, was immer möglich ist. Werden sie – wie in der modernen Schweinezucht – vorwiegend mit Futtermittelkonzentraten gefüttert, verfetten sie schnell und können bei zusätzlich mangelndem Auslauf Fruchtbarkeitsprobleme bekommen.


Daher:
  • Früher wurde auf Fett gezüchtet, heute müssen wir für die Produktvermarktung neue Wege finden und über die Fütterung zumindest qualitativ gutes Fett erreichen.

  • Fütterungsempfehlungen für konventionelle (Hybrid)Schweinezucht und Haltung können nicht auf die Alpenschweine übertragen werden. Die artgerechte Haltung von Alpenschweinen mit Auslauf und Bewegung ist nicht mit Stallhaltung zu vergleichen und erfordert andere Futtergrundlagen. Körner-Mais und Soja sind keine geeignete Futtermittel! Sie führen zu schneller Verfettung der Tiere und zu sehr weichem, schnell ranzigem Fett.

  • Auch grössere Mengen an Weizen bewirken eine schlechte Fettqualität. Brotreste, Teigwaren etc. sollten nicht, bzw. nur in kleinen Mengen (z.B. als Lockmittel) gefüttert werden.

  • Hygienevorschriften und Ratschläge für die Krankheits-Vorsorge gelten dagegen uneingeschränkt und sind zu beherzigen.

  • Bitte mithelfen, die vergessenen «Best-Practice» unserer Vorfahren wieder herauszufinden und anzuwenden - zum Wohl der Tiere und zum Nutzen der Züchter und Konsumenten


Allgemeines

Auch bei extensiven Rassen ist eine alleinige Fütterung mit Grünfutter nicht möglich (sollte aber mindestens 50% erreichen). Die Tiere brauchen zusätzlich energiereiches Futter, um das Wachstumspotential auszuschöpfen. Allerdings gibt es keine fertigen Fütterungsrezepte. Es muss – in Abhängigkeit der jeweiligen Haltungsbedingungen, des verfügbaren Futters und des Alters der Tiere – eine ausgewogene Ernährung zwischen Energie (Getreide), Proteinen (Leguminosen, Molke etc.) und Rohfasern sichergestellt werden. In jedem Fall ist eine einseitige Ernährung zu vermeiden. Zu beachten ist auch, dass die Tiere im Winter bzw. bei kalten Temperaturen einen 10-20 % höheren Futterbedarf haben. Dann soll entsprechend Grassilage und/oder Dürrfutter angeboten werden. Für die Versorgung mit genügend Mineralstoffen sind Schweine-Lecksteine gut geeignet (dies vor allem auch in den Selen-Mangelgebieten). Die Tiere sollen allgemein möglichst mit einem hohen Anteil an hofeigenen Futtermitteln wie Rau‐ und Grünfutter, Eicheln, Bucheckern (Weidegang) und Fallobst etc. versorgt werden, während der Vegetationsperiode auch Weidegras. Eiweiss soll hauptsächlich auf der Weide durch Grasen aufgenommen werden, energiereiche Kost soll ein Drittel bis max. die Hälfte der Futterration ausmachen (Kartoffeln, Gerstenmehl, Getreideflocken, evtl. auch Müllerei‐Abfälle wie Kleie, usw.). Im Winter werden Heublumen/Heuballen, kurz geschnittenes Heu (2. und 3. Schnitt), einwandfreie Grassilage, zusätzlich Kleiemischungen bis max. ½ Ration verabreicht. Auch Kartoffeln und Rüstabfälle aus der Küche sind beliebt (aber keine gekochten und gewürzten Essensreste verfüttern, die Schweinefett ranzig machen, vgl. auch tierschutzrechtliche und seuchenhygienische Bestimmungen). Die Fütterungsration ist auch auf die Bewegungsmöglichkeit der Tiere abzustimmen. Stroh ist den Tieren immer anzubieten, sowohl als Beschäftigungsmaterial, Rohfaserträger wie auch als Einstreu und im Winter reichlich als Isolationsmaterial. Sowohl Stroh wie auch Heu und Silage sind nur in einwandfreier Qualität zu verfüttern. Schimmelbelastetes Material ist aber weder als Einstreu noch als Futter geeignet und kann bei tragenden Sauen zum Verwerfen führen!


Raufutterverwertung/Weide

Raufutter ist Wirtschaftsfutter und umfasst sowohl trockenes Raufutter (Heu oder Stroh) als auch wasserreiches Saftfutter wie Grünfutter (Gras, Gemüseabfälle), Fallobst oder Rüben. Raufutter weckt das Interesse der Tiere und beschäftigt sie. Es füllt deren Magen und sättigt sie. Alpenschweine sind keine Wiederkäuer, die ein Optimum aus dem Raufutter herausholen. Aber mit ihrem überdurchschnittlich langen Darm können sie dem Raufutter doch einiges an wichtigen Stoffen entnehmen. Immer wieder gibt es auch Tiere, die das Raufutter ganz anders nutzen. Vor allem älteres Gras kauen sie lange wie Kaugummi und spucken dann die völlig zerkauten Reste in Form kleiner Bällchen wieder aus. Der Raufutteranteil der täglichen Nahrung sollte beimind. 50% liegen. Im Winter nehmen die Schweine als Ersatz für die Weidehaltung neben den Heuballen (die Blatt- und Samenreste unter dem Heustock) auch gerne Grassilage und kurzgeschnittenes Grummet (Emd), ebenfalls relativ eiweissreich, an und fressen auch gerne Stroh. Jedoch kein Gerstenstroh geben, dessen Grannen für die Tiere gefährlich sind.


Zu-Fütterung

Die alten Schweinerassen neigen zur Verfettung bei einer zu energiereichen Futtergrundlage. Es ist daher die Aufgabe des Züchters, die Fütterung der Tiere sowohl an die Gesunderhaltung der Tiere, als auch an die gewünschte „Produktqualität“ (Frisch- oder Wurstfleisch, auch Lardo, etc.) bzw. den Kundenansprüchen anzupassen. Wichtig ist folglich eine ausgewogene Fütterung Rohfaser/Eiweiss/Kohlenhydrate (bzw. Rohfaser/Proteine/Energie). Allerdings werden durch den unterschiedlichen Einsatz von Weidefutter, regionalen Futtermitteln, Nebenprodukten aus der Lebensmittelerzeugung und allenfalls sogar Molke die Energie- und Proteingehalte im Futter starken Schwankungen unterliegen. Eine Empfehlung für optimale Rationen ist daher schwierig zu geben. Teil der energiereichen Nahrung sind Grüsche (Abfallprodukt), Gerste gepresst oder flockiert (aufgeschlossen zur besseren Verdauung) unter Beigabe von gedämpften Kartoffeln, eventuell auch Rübenschnitzel. Auch Schweine-Lecksteine sollten immer angeboten werden. Bei der Zuchtleitung können Futter-Bezugsorte für die Energie-Zufütterung extensiv gehaltener Schweinerassen erfragt werden. In der Schweiz gibt es pro Grossregion je eine Futtermühle für konventionelles und für biologisches Zu-Futter (siehe Liste auf letzter Seite dieser Empfehlung).


Alpung

Alpenschweine sollten – wenn immer möglich – gealpt werden. In einer Alpzeit von zumeist etwa 90‐100 Tagen nutzen die Schweine die grosse Artenvielfalt der Alpweiden an Berg‐Gräsern und Kräutern. Die inhaltsreichen, aromatischen Pflanzen (zB. Bergwegerich, Alpen‐Rispengras, Thymian, Schafgarbe) geben dem Fleisch der Schweine den einzigartigen Geschmack. Durch die Aufnahme von Grünfutter auf der Alp reichern sich die wertvollen Omega‐n3 Fettsäuren an, die dem modernen Schweinefleisch fehlen. Durch die beständige Bewegung der Tiere wird das Fleisch auch kompakter und das Fett als Geschmacksträger im Körper besser verteilt (Marmorierung). Freilaufende Schweine bringen der Alpwirtschaft insofern einen Zusatz-Nutzen, als sie verkrautete Lägerfluren der Rinder wieder nutzbar machen. Darauf befindliche Blacken (Alpen-/Wiesenampfern) wurden vom Alp-Personal geschnitten, eingekocht (um Oxalsäure abzubauen) und den Schweinen verabreicht. Die Schweine lieben es, dann die Pfahlwurzeln der Blacken auszugraben und zu fressen. Mit ihrem Wühlen und Umbrechen der verkrauteten und teilweise verdichteten Erdkruste revitalisieren sie diese Stellen.


Molke/Schotte

Molke, bzw. Schotte ist nicht speziell für Schweine geeignet, da sie sehr viel Salz enthält, dadurch durstig macht und durch ihr Volumen schnell den Magen füllt. Die Tiere müssen also zusätzlich viel trinken. Dadurch verkleinert sich das Fassungsvermögen für das übrige Weidefutter. Ein Alpenschwein sollte weiden, nicht nur Schotte und Getreide fressen. Weil Schotte aber auf verkäsenden Alpbetrieben anfällt, hat man sie schon immer sinnvollerweise an Schweine verfüttert. Molke ist ein Eiweiss-Futter, welches das Muskelwachstum fördern kann. Sie sollte maximal 30 % der Futterration ausmachen, das Verhältnis Kraftfutter zu Schotte sollte etwa bei 1:3 sein. Grössere Molkegaben fördern die Ausscheidung von flüssigem Kot und führen zu der bekannten, unangenehmen Geruchsbildung. Bei der Verabreichung von max. 5 l pro Tag und Tier und ansonsten rohfaserreichen Fütterung kann dies jedoch vermieden werden. Bei Molke-Verfütterung kommt der Mineralstoff-Zufuhr via Schweine-Lecksteine grössere Bedeutung zu.


Situative Fütterung nach Tierkategorie und Alter

Bei der Alpenschweinzucht dürften die meisten Züchter ihre Tiere (Ferkel, Sauen und Eber) gemeinsam halten. Bei einer solchen Familienhaltung ergibt sich das Problem, dass nicht alle Tiere die ihnen zustehende Ration bekommen. Vor allem die Eber dürften sich dann das meiste nehmen. Um dem entgegenzuwirken, sollten die Tiere unterschiedliche Futterplätze erhalten oder zur Fütterung abgetrennt werden. Bei Wollschweinzüchtern gilt die Faustregel, dass Eber in der Breite und Ferkel in der Höhe abgetrennt werden. In anderen Worten: Ein schmaler Durchgang, der Sauen durchlässt, aber nicht den Eber, und ein niedriger Durchgang, der nur Ferkel durchlässt (Ferkelschlupf). Die Fütterung sollte auf drei, zumindest aber zwei Mahlzeiten pro Tag verteilt werden. Stroh und Heu oder Silage sollten aber stets zur freien Verfügung angeboten werden.


Ferkel- und Jager-Aufzucht

Es ist wichtig, dass die Ferkel einen guten Start hinlegen können. Da der Milchfluss der Sau nur etwa eine halbe Minute anhält, müssen die Ferkel 1- bis 2-mal pro Stunde ans Gesäuge können. Die Säugephase sollte dabei möglichst nicht gestört werden. Ferkelführende Sauen sollten sich daher in der Gruppe zurückziehen können, um ungestört säugen zu können. Ferkel beginnen bereits nach rund 10 Tagen mit der Aufnahme von fester Nahrung. Daher sollten ab diesem Zeitpunkt kleine Mengen angeboten werden, die von einwandfreier Qualität und vor den übrigen Gruppenmitgliedern geschützt aufgestellt sein müssen. Die Ferkel sollten möglichst lange auch Muttermilch erhalten. Das völlige Absetzen von der Mutter darf erst gegen Ende des dritten Lebensmonates erfolgen – zu diesem Zeitpunkt entzieht sich die Sau in der Regel selbst bereits sehr häufig dem Säugen.


Die ersten 6 Monate sind entscheidend für ein erfolgreiches Schweineleben. Also gut zufüttern. Bei ausreichender Bewegung, forderndem Aussenklima und bis zu einem Lebendgewicht von ca. 60 kg kann die Fütterung sehr energiereich gestaltet werden, um das Wachstumspotential der Tiere auszunutzen. Eine zu knappe Fütterung kann dagegen dazu führen, dass die Tiere kümmern und später zwar Fett ansetzen, aber nur schwache Muskelpartien ausbilden. Allerdings sollten sie nicht «gemästet» werden, damit sie sich auch an eine ausreichende Raufutteraufnahme gewöhnen und nicht immer am Gehege-Tor stehen, bis die nächste Ration Kraftfutter kommt. Die Tiere sollten sich stets frei und grosszügig bewegen können (viel Bewegung schafft Muskelfleisch!). Abwechslungsreich gestaltete Ausläufe und Weiden tragen dazu bei. Die Aufzucht sollte sowohl für Zucht- als auch für Masttiere vom 6. bis zum 12. Monat dann zunehmend extensiver erfolgen. Die Tiere sollten in dieser Zeit vor allem Fleisch (Muskelmasse) und nicht Fett aufbauen. In dieser Phase entscheidet sich die Fleisch- und Fettqualität des Tieres.


Zuchtsau

Sauen sollten frühestens im Alter von 10-12 Monaten belegt werden, wenn die Ausbildung des erwachsenen Körpers einigermassen abgeschlossen ist. Die Tiere werden in der ersten Trächtigkeit normal weiter gefüttert, da sie für sich selbst noch Energie benötigen. Die Muttertiere sollen im Laufe der Trächtigkeit zunehmend stärker gefüttert werden (und auch Mineralsalze erhalten), jedoch am Schluss nicht mehr als ein Kilo Getreide pro Tag und Tier. Kurz vor dem Abferkeln soll die (Kraft-) Futterration stark eingeschränkt werden, um möglichem Milchfieber und Verstopfung vorzubeugen. Abhängig von der Ferkelzahl steigt der Futterbedarf stark an. Die säugende Sau soll daher in den ersten 5 Wochen mit proteinreichem Futter (z.B. Hafer) versorgt werden (pro angesetztem Ferkel mit ca. 300 g/Tag). Anschliessend soll die Futtermenge – im Einklang mit der Festnahrungs-Aufnahme der Ferkel und der Körperkondition der Sau – langsam abgesenkt werden. An der säugenden Sau soll nicht gespart werden, sonst haben die Ferkel einen schlechten Start und die Sau braucht eine zu lange Regenerationszeit. Vor einem völligen Auslaugen der Sau sind die Ferkel zu entwöhnen. Sonst leidet nicht nur die Sau, sondern auch der nächste Wurf.


Zuchteber

Ein ausgewachsener Zuchteber sollte zurückhaltend gefüttert werden. Das Grundfutter in Form von Grünfutter, Heu, Grassilage reicht, daran sollte er sich aber satt essen können. Über einem Gewicht von 250 kg bekommen Eber massive Fundamentprobleme (Durchtreten der Fesseln), weshalb man ab einem Gewicht von 200 kg die Fütterung klar überdenken muss. Um den Eber handzahm zu halten, kann man ihn hin und wieder mit etwas Äpfeln, Gemüse, geringen Mengen an Brot oder Karotten verwöhnen. Die Zufütterung von etwas Roggen soll den oft auftretenden Ebergeruch stark abschwächen. Eber werden mit rund fünf Monaten, Sauen mit 5-6 Monaten geschlechtsreif. Jungtiere sollten ab dieser Zeit nach Geschlechtern getrennt aufgezogen werden.


Masttiere

Die Masttieraufzucht erfolgt ab dem 6. Monat bis ins Alter von 12 Monaten extensiv wie bei Zuchttieren, denn die Mast würde in diesem Alter nicht viel nützen, sondern nur Fett bringen. Wichtig ist, dass die Masttiere «sachgerecht» und «zielorientiert» gefüttert werden. Ist die Produktion von Frischfleisch erstes Ziel, dann eher eine extensive Fütterung. Für Wurstwaren ist ein höherer Fettanteil erforderlich. Mast heisst Zufütterung mit Energie (Rohfaser bringt die Weide genug). Füttert man jedoch zu viel Konzentrat, stürzen sich die Tiere nur darauf und weiden die Flächen nicht ab, sondern graben sie nur um. Es gilt also, eine gute Balance zu finden. Rechnung zu tragen ist dabei dem Verhältnis von Fütterung und Bewegungsfreiheit. Nur so können qualitativ hochwertige Produkte erreicht werden. Alpenschweine können bis einjährig demnach etwa 80-100 kg Gewicht auf die Waage bringen (bei guter Fleisch- und Fettqualität), bis zur Schlachtung mit spätestens 16-18 Monaten dann über 120 kg. Wenn die 100 kg schon früher erreicht werden, dürfte die Mast zu früh forciert worden sein. Geschlachtet wird sobald entsprechender Bedarf bzw. Absatz besteht. So werden Ferkel schon mit 6-12 kg geschlachtet, Spanferkel bis zu 30 kg. Dies hängt auch von einer gewissen «Bewirtschaftung der Schweineherde» ab, bei der Platz-, Futter- und Aufwandmöglichkeiten, aber auch die Nachfrage von Konsumenten (z.B. Grillsaison) eine Rolle spielen.


Schlachtung

Spätestens eine Woche vor dem Transport zur Schlachtung soll das Tier an das Verladen in den Anhänger bzw. das Transportfahrzeug gewöhnt werden. Von Vorteil ist es, das Tier auch an den Aufenthalt im Hänger und eine mögliche Trennung von den anderen Gruppenmitgliedernzu gewöhnen. So wird es beim Transport keinen übermässigen Stress empfinden, der sich negativ auf die Fleischqualität auswirken würde. Auch kurz vor dem Transport sollte das Futter etwas reduziert werden, um dieses dann als Lockmittel einzusetzen.


Eine Möglichkeit noch stressfreier zu schlachten, sind die nun vermehrt wieder eingesetzten Hofschlachtungen. Dazu sind die besonderen Vorschriften und Bewilligungen zu beachten. Bei der Direktvermarktung erfordert es zudem eine amtliche Kontrolle.


Rat von Kurt Kusstatscher

Die Fütterung muss ausgewogen sein (Eiweiss/Energie/Rohfaser) und der Haltungsform bzw. dem Zucht- oder Mast-Ziel entsprechend angepasst werden.

a. Wichtig ist, dass die Tiere durch den Tag ausreichend Futter aufnehmen können (Weide, rohfaserreiche Futtergaben wie Gemüse, Emd, auch kleingeschnittenes Stroh), dies zur Füllung des Magens und gleichzeitig als Beschäftigung (dann wird auch weniger gegraben!). Das führt zu einer ausreichenden Rohfaserzufuhr (mind. 50% des Futterbedarfs). Weide und Emd decken auch einen Teil des Eiweiss-Bedarfes der Tiere (Wachstum); Fütterung nach dem Weidegang am Abend mit einer käuflichen Schweine-Energiemischung, ca. 1-2 kg (vgl. auch Empfehlungen auf Seiten 3 und 11), im Winter Grummet/Emd anstatt der Weide.

b. Energiereicheres Futter (Kartoffel, Gerste, zeitweise ev. auch Zuckerrübenschnitzel, …);

c. Molke (max. 5 lt pro Sau/Tag) oder andere Eiweiss-Träger (Klee-Gras, Brennessel bzw. Ampfer angewelkt bzw. überbrüht, Luzerne-Cobs, …) können den restlichen Eiweiss-Bedarf decken;

d. … und natürlich Bewegung nach Lust und Laune!


Tränke

Die Schweine müssen jederzeit freien Zugang zu frischem Trinkwasser haben. Sie benötigen je nach Witterung und Fütterung 5‐10 Liter pro Tag, laktierende Sauen zwei‐ bis dreimal so viel. Als Weidetränken eignen sich fahrbare Selbsttränken, die einfach zu verstellen sind und einer Bodenverdichtung rund um die Tränke entgegenwirken. Nippeltränken werden heute aus ethologischen Aspekten nicht mehr verwendet, besser geeignet sind kleine wannenförmige Selbsttränken, in denen die Tiere das Maul eintauchen können. Die Tränken sind täglich auf Funktionstüchtigkeit zu überprüfen und regelmässig zu reinigen, bei eisigen Temperaturen 2x täglich neu.


Tipps der Wollschweinzüchter
  • Der Muttersau ein bis zwei Tage vor dem Ferkeln bei jeder Mahlzeit ein Esslöffel Glaubersalz ins Futter geben, um Verstopfung zu vermeiden.

  • Kurz vor Wurf die Futterration verringern (für leichtere Geburt und Milchfieber-Vorbeugung) Nach der Geburt schätzen Sauen einen Tee aus Kamille, Frauenmantel und Schafgarbe

  • Ab und zu ein guter Schuss Obstessig ins Futter hält Muttersauen gesund

  • Bei leichten Verdauungsstörungen hilft lauwarmer Kamillentee

  • Etwas Walderde hilft Ferkeln, die Eisenversorgung zu decken und Durchfällen vorzubeugen.




Fazit: Extensive Aufzucht mit viel Bewegung ist das A und O für Qualität und Vermarktung!

Ergänzungsfutter zur Energiezufuhr

Angestrebt wird ein einfaches, günstiges Mast-Ergänzungsfutter für Alpenschweine (z.T. auch für Zucht-Sauen), das den SAS-Fütterungsempfehlungen entspricht. Dieses soll möglichst aus regionalen Quellen erhältlich sein und zudem möglichst wenig Produkte enthalten, die auch für den menschlichen Verzehr geeignet sind.



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