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Geschichte & Herkunft

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Robust, genügsam, vergessen – und wiederentdeckt

​Das Schwarze Alpenschwein blickt auf eine lange Tradition im Alpenraum zurück. Über Jahrhunderte hinweg war es ein unverzichtbarer Bestandteil bäuerlicher Selbstversorgung: robust, genügsam und bestens an die rauen Bedingungen angepasst. Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert geriet die Rasse jedoch stark in den Hintergrund, da schnell wachsende Hybridrassen bevorzugt wurden.

 

Erst durch engagierte Züchterinnen und Züchter sowie Initiativen zum Erhalt alter Nutztierrassen konnte das Schwarze Alpenschwein vor dem Verschwinden bewahrt werden – heute gilt es als wertvolles Kulturerbe und Symbol für gelebte Biodiversität.

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Früher hatte fast jede Region eigene Nutztierrassen, die über Jahrhunderte perfekt an die lokalen Bedingungen angepasst waren. Sie gehörten genauso zum Kulturerbe wie Häuser und Landschaften. In den letzten 80 bis 90 Jahren wurden diese Rassen jedoch durch Einkreuzungen und intensive Leistungszucht verdrängt – besonders bei den Schweinen war der Verlust enorm. Heute dominieren fast ausschließlich veredelte, rosafarbene Tiere, und auch die traditionelle Alpung von Schweinen hat sich grundlegend verändert.

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Die modernen Rassen sind für das raue Bergklima kaum geeignet: Sie sind kurzbeinig, schwer, anfällig für Sonnenbrand und brauchen Schutz vor Wetterumschwüngen und Temperaturschwankungen. Zwar werden sie noch zur Verwertung von Molke auf Kuhalpen mitgenommen, doch meist im Stall gehalten und mit zugeführtem Getreide gemästet. Mit den ursprünglichen, widerstandsfähigen Weideschweinen haben sie nur noch wenig gemeinsam.

 

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Ende Mai 2013 machte Dr. Alessio Zanon von der Veterinäruniversität Parma – Experte für Schweine bei der italienischen Organisation RARE – darauf aufmerksam, dass in einer Fattoria Didattica eine letzte Gruppe kleiner, schwarzer Veltliner-Schweine überlebt hatte, jedoch vom Verschwinden bedroht war. Er rief dringend zu Erhaltungsmaßnahmen auf. Da die Veltliner-Schweine identisch mit den früheren Bündner-Schweinen sind, übernahm das „Netzwerk alte Alpenrassen“ (heute Pro Patrimonio Montano) die Tiere spontan und begann mit dem Wiederaufbau der Zucht.

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Die Veltliner-Schweine gelten als die letzten echten Alpenschweine. Sie unterscheiden sich klar von den größeren, ebenfalls seltenen Schweinerassen der Po-Ebene (Mora Romagnola, Nero di Parma). Ziel ist es daher, diesen einzigartigen Ökotyp zu bewahren und mit anderen Reliktexemplaren aus dem südlichen Alpenraum zusammenzuführen.

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Mittlerweile konnten weitere Tiere entdeckt werden: eine kleine Gruppe gescheckter Samolaco-Schweine im Val Chiavenna sowie letzte gescheckte Südtiroler Schweine in einem abgelegenen Seitental. Die Suche nach weiteren Tieren läuft – und mit ihr die Hoffnung, diese wertvollen Relikte dauerhaft zu sichern.

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