Merkmale & Haltung



Schwarzes und geschecktes Alpenschwein
Charakteristisch für das Schwarze Alpenschwein sind sein tiefschwarzes Fell, die kräftige Statur und die ausgeprägte Widerstandsfähigkeit gegenüber Klima und Krankheiten. Es gilt als besonders vital, sozial und zeichnet sich durch eine hohe Mutterleistung aus. Dank seiner Robustheit eignet sich die Rasse hervorragend für eine naturnahe Haltung mit Auslauf und Weideflächen.
Eine ausgewogene Fütterung, viel Bewegung und eine artgerechte Umgebung sind entscheidend, damit die Tiere ihr volles Potenzial entfalten können. So trägt die Haltung dieser Rasse nicht nur zur Erhaltung genetischer Vielfalt bei, sondern auch zu einer nachhaltigen Landwirtschaft im Alpenraum.

Merkmale
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Grösse: Klein bis mittelgross; Sauen wiegen 130–160 kg, Eber 150–180 kg.
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Fellfarbe: Variiert von schwarz über gescheckt bis dunkelrot.
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Fruchtbarkeit: Drei Würfe in zwei Jahren mit jeweils 8–12 Ferkeln
Unterschiede zu modernen Leistungsrassen:
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Die Leistungsrassen sind aufgrund ihres Körperbaus nicht mehr für die Beweidung von Bergweiden geeignet (kurzbeinige, lange und schwere Körper). Zufütterung ist nötig!
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Die heutigen rosafarbenen Rassen haben kaum Haut-Pigmente und vertragen das starke UV-Licht der Alpen schwer. Sie leiden schnell unter Sonnenbrand.
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Leistungsrassen müssen vor Wetterumschlägen, grossen Temperaturunterschieden und raschen Klimawechseln im rauen Alpenklima geschützt werden.
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Die heute teuren Betreuungskosten müssen gering gehalten werden.

Fütterung
Auch bei extensiven Rassen ist eine alleinige Fütterung mit Grünfutter nicht möglich (sollte aber mindestens 50% erreichen). Die Tiere brauchen zusätzlich energiereiches Futter, um das Wachstumspotential auszuschöpfen. Allerdings gibt es keine fertigen Fütterungsrezepte. Es muss – in Abhängigkeit der jeweiligen Haltungsbedingungen, des verfügbaren Futters und des Alters der Tiere – eine ausgewogene Ernährung zwischen Energie (Getreide), Proteinen (Leguminosen, Molke etc.) und Rohfasern sichergestellt werden. In jedem Fall ist eine einseitige Ernährung zu vermeiden. Zu beachten ist auch, dass die Tiere im Winter bzw. bei kalten Temperaturen einen 10-20 % höheren Futterbedarf haben. Dann soll entsprechend Grassilage und/oder Dürrfutter angeboten werden. Für die Versorgung mit genügend Mineralstoffen sind Schweine-Lecksteine gut geeignet (dies vor allem auch in den Selen-Mangelgebieten).
Die Tiere sollen allgemein möglichst mit einem hohen Anteil an hofeigenen Futtermitteln wie Rau‐ und Grünfutter, Eicheln, Bucheckern (Weidegang) und Fallobst etc. versorgt werden, während der Vegetationsperiode auch Weidegras. Eiweiss soll hauptsächlich auf der Weide durch Grasen aufgenommen werden, energiereiche Kost soll ein Drittel bis max. die Hälfte der Futterration ausmachen (Kartoffeln, Gerstenmehl, Getreideflocken, evtl. auch Müllerei‐Abfälle wie Kleie, usw.). Im Winter werden Heublumen/Heuballen, kurz geschnittenes Heu (2. und 3. Schnitt), einwandfreie Grassilage, zusätzlich Kleiemischungen bis max. ½ Ration verabreicht. Auch Kartoffeln und Rüstabfälle aus der Küche sind beliebt (aber keine gekochten und gewürzten Essensreste verfüttern, die Schweinefett ranzig machen, vgl. auch tierschutzrechtliche und seuchenhygienische Bestimmungen).
Die Fütterungsration ist auch auf die Bewegungsmöglichkeit der Tiere abzustimmen. Stroh ist den Tieren immer anzubieten, sowohl als Beschäftigungsmaterial, Rohfaserträger wie auch als Einstreu und im Winter reichlich als Isolationsmaterial. Sowohl Stroh, wie auch Heu und Silage sind nur in einwandfreier Qualität zu verfüttern. Schimmelbelastetes Material ist
weder als Einstreu noch als Futter geeignet und kann bei tragenden Sauen zum Verwerfen führen!
Alpung
In einer Alpzeit von zumeist etwa 90 bis 100 Tagen nutzen die Schweine die grosse Artenvielfalt an Berg-Gräsern und Kräutern. Die inhaltsreichen, aromatischen Pflanzen geben dem Fleisch einen einzigartigen Geschmack, der Label-würdig ist. Durch die Aufnahme von Grünfutter auf der Alp reichern sich im Fleisch der Schweine wertvolle Omega-n3 Fettsäuren an, die dem modernen Schweinefleisch fehlen. Durch die ständige Bewegung der Tiere und das langsamere Wachstum durch eine extensive Haltung wird das Fleisch auch kompakter und das Fett als Geschmacksträger im Körper besser verteilt (Marmorierung).
Zucht
Damit die Tiere ihre wertvollen Eigenschaften behalten und ihre diesbezüglichen Vorteile ausspielen können, werden Zuchttiere nur in die Bergzone abgegeben.
Mast



